Was ist zu tun, wenn sich
die Betreuung nicht auf den Aufgabenkreis Gesundheitsfürsorge erstreckt?
Das Vormundschaftsgericht
kann die Betreuung auf dieses Aufgabengebiet
ausdehnen. Da das entsprechende Verfahren aber zeitaufwendig ist, besteht
bei nicht aufschiebbaren ärztlichen Maßnahmen die Möglichkeit,
in einem vereinfachten Verfahren für die Dauer von höchstens
sechs Monaten eine vorläufige Betreuung anzuordnen. Dazu ist vor allem
kein ausführliches Sachverständigengutachten notwendig, es genügt
ein einfaches ärztliches Zeugnis über den Gesundheitszustand
des Betroffenen. Der Vorläufige Betreuer hat alle Rechte eines Betreuers.
Liegt ein medizinischer
Notfall vor und reicht die Zeit nicht mehr aus, um eine vorläufige
Betreuung anzuordnen, kann das Vormundschaftsgericht auch unmittelbar selbst
über die Zulässigkeit der ärztlichen Maßnahme entscheiden
(§
1846 BGB). Ist auch keine Zeit mehr, um das Vormundschaftsgericht zu
informieren, was bei Notoperationen, z.B. nach einem Unfall, Herzinfarkt
oder in ähnlichen Situationen häufig vorkommt, müssen die
behandelnden Ärzte unter Notstandsgesichtspunkten selbst entscheiden.
Dabei sind ausschließlich das Interesse des Patienten und sein etwa
bekannter oder mutmaßlicher Wille zu beachten. Auf Willensäußerungen
von Angehörigen kommt es nicht an. Diese sind aber wichtige Informationsquellen,
um den mutmaßlichen Willen des Betroffenen festzustellen.