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Bindung des Arbeitgebers an einen ZeugnistextJeder Arbeitnehmer kann
bei der Beendigung seines Arbeitsverhältnisses vom Arbeitgeber ein
qualifiziertes Zeugnis verlangen. Entspricht das erteilte Zeugnis nach
Form und Inhalt nicht den tatsächlichen und rechtlichen Anforderungen,
hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Berichtigung des Zeugnisses. Der
Arbeitgeber ist verpflichtet, dem Arbeitnehmer ein "neues" Zeugnis auszustellen.
Bei der Erstellung dieses Zeugnisses ist der Arbeitgeber an den bisherigen,
vom Arbeitnehmer nicht beanstandeten Zeugnistext gebunden. Eine Ausnahme
greift nur für den Fall ein, dass dem Arbeitgeber nachträglich
Umstände bekannt werden, die die Leistung oder das Verhalten des Arbeitnehmers
in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Die klagende Arbeitnehmerin hatte das ihr erteilte Zeugnis wegen eines Rechtschreibfehlers und einer falschen Angabe ihres Geburtsortes dem Arbeitgeber mit der Bitte um Korrektur zurückgereicht. Das zunächst als "stets einwandfrei" bezeichnete Verhalten der Klägerin beurteilte die beklagte Stiftung in dem berichtigten Zeugnis nunmehr nur als "einwandfrei". Das hat die Klägerin nicht hingenommen. Ihre Klage hatte vor dem Arbeitsgericht und dem Landesarbeitsgericht Erfolg. Der Neunte Senat des Bundesarbeitsgerichts hat diese Entscheidungen bestätigt. |