Bundesanstalt für Arbeit
veröffentlicht ersten Quartalsbericht
Die Bundesanstalt
für Arbeit (BA) hat heute in der Bundespressekonferenz erstmalig einen
Quartalsbericht vorgestellt. Damit wolle die BA in Zukunft regelmäßig
dokumentieren, wie sie die ihr anvertrauten Gelder einsetze, sagte der
Vorsitzende des Vorstands, Florian Gerster, in Berlin bei der Präsentation
des neuen Informationsmediums. Als reformorientierter Dienstleister auf
dem Arbeitsmarkt brauche man das Vertrauen der Kunden und der Öffentlichkeit.
Hierzu wolle die BA ihrerseits größtmögliche Transparenz
schaffen. Sie müsse regelmäßig zeigen, wie sie die gesetzlichen
Vorgaben und ihre eigenen Erkenntnisse zur Arbeitsmarktlage in geschäftspolitische
Ziele fasse, diese umsetze und wie sie, wenn nötig, ihre Arbeitsschwerpunkte
im Jahresverlauf der aktuellen Entwicklung anpasse.
Mitunter dürfe man
dabei auch den relevanten Akteuren auf dem Arbeitsmarkt unangenehme Wahrheiten
nicht verschweigen, aber das gehöre zur Kultur der Ehrlichkeit, sagte
Gerster. Auch wenn die BA in diesem Jahr wegen der ungünstigen Wirtschaftsentwicklung
einen Zuschuss aus dem Bundeshaushalt benötige, sei es ihr gelungen,
mit neuartigen Ansätzen geschäftspolitisch umzusteuern und die
Ausgabenentwicklung in Grenzen zu halten. Die jetzt beginnende Umsetzung
der Reform in den Arbeitsämtern werde diese Entwicklung konsequent
fortsetzen.
Der für Finanzen verantwortliche
Vorstand Frank-Jürgen Weise erläuterte die finanzielle Entwicklung
des ersten Halbjahrs im Detail. Demnach haben Ende Juni 2003 auf Grund
der verschlechterten wirtschaftlichen Entwicklung wegen der geringeren
Zahl der Beitragszahler die Einnahmen der BA um 873 Millionen Euro oder
3,5 Prozent unter Plan gelegen. Die Ausgaben lagen wegen der über
Erwartung höheren Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld um 2,6 Milliarden
oder 9,9 Prozent über Plan. Insgesamt überstieg der Saldo den
rechnerischen Jahresverlaufswert per 30. Juni um 3,5 Milliarden Euro. Absolut
waren die Ausgaben zur Jahresmitte um 5,2 Milliarden Euro höher als
die Einnahmen.
Für die Planung des
Haushalts muss die Bundesanstalt für Arbeit (BA) jeweils die im Herbst
fixierten Eckdaten der Bundesregierung über das zu erwartende Wirtschaftswachstum
zugrunde legen. Dies habe sich wesentlich ungünstiger entwickelt als
im vergangenen Herbst mit plus 1,5 Prozent erwartet und sei inzwischen
von der Bundesregierung korrigiert worden. Falls die nunmehr von der Bundesregierung
geschätzte Wachstumsrate von 0,7 Prozent nicht eintrifft, rechnet
der BA-Vorstand mit zusätzlichen Risiken für das Haushaltsergebnis
der BA.
Vor allem bei der Lohnersatzleistung
Arbeitslosengeld (3,1 Milliarden Euro oder 25,2 Prozent über Plan)
hat sich die ungünstige Konjunktur niedergeschlagen, erklärte
Weise.
Bei den arbeitsmarktpolitischen
Maßnahmen der Arbeitsämter wird erfolgreich umgesteuert, sagte
der für das operative Geschäft verantwortliche Vorstand Heinrich
Alt. Ziel ist die schnellere und stärkere Aktivierung von Arbeitslosen.
So liege beispielsweise die durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit
vor Eintritt von Fördermaßnahmen zur beruflichen Weiterbildung
mehr als einen Monat unter dem Vorjahreswert. Hauptorientierungspunkt für
die Mittelverwendung der Arbeitsämter ist der voraussichtliche Integrationserfolg.
Klares Indiz für den Erfolg bei der Umsteuerung sei, dass im ersten
Halbjahr die Zahl derer, die sich aus Arbeitslosigkeit abgemeldet hätten,
weil sie wieder eine Beschäftigung gefunden haben, um 9,1 Prozent
über dem Vorjahreswert liege.
Den Quartalsbericht finden
Sie zum download unter www.arbeitsamt.de/hst/services/presseinfo/BA_Quartalsbericht2_03
Quelle: PM Bundesanstalt für
Arbeit